Musik, Audio, Medien und Gesellschaft

CC und die europäischen Verwertungsgesellschaften

Eigentlich eine alte Kiste, aber dieser Tage nochmal durch die Medien/Blogs und Facebook gegangen: Die STIM (Schwedische GEMA-Schwester) lässt die CC-Lizenz, das Creative Commons-Lizenzmodell, zu.

Was ist Werbung:Creative Commons?

Creative Commons (englisch, ‚schöpferisches Gemeingut‘) ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die im Internet verschiedene Standard-Lizenzverträge veröffentlicht, mittels derer Autoren der Öffentlichkeit auf einfache Weise Nutzungsrechte an ihren Werken einräumen können. – So sagt es Wikipedia.

Vereinfachend kann man sagen, dass Werke, die unter einer CC-Lizenz stehen, dem Privatmenschen zur Nutzung uneingeschränkt (im privaten Rahmen) zur Verfügung stehen. Ferner kann man auch kommerzielle Nutzung erlauben oder eine Änderung des Werkes (Remix, Collage…) erlauben. Ich hoffe, ich habe das richtig wiedergegeben, ich bin kein CC-Experte – bitte korrigiert mich. Für GEMA-Mitglieder ist die CC-Lizenz nicht nutzbar. Warum? Die GEMA schließt exklusive Verträge mit ihren Künstlern. Das ist für eine Wahrnehmungs-/Verwertungsgesellschaft auch sinnvoll. Nur erlaubt die CC-Lizenz, dass man, zumindest einen Teil der Verwertungsrechte „öffnet“. Das geht mit den derzeitigen Verträgen nicht. Fraglich ist, ob das überhaupt möglich ist, weil dann die bestehenden Verträge geändert werden müssten. Dazu sollte ich mal einen Werbung:GEMA-Juristen interviewen. Zurück zum eigentlichen Thema:

Es gibt derzeit drei europäische Wahrnehmungsgesellschaften, die die Nutzung der CC-Lizenz erlauben. Warum nicht auch die GEMA? Und die warum nicht auch die Schwestern? Die STIM sagt in ihrer Pressemitteilung ganz klar, dass die CC-Lizenz die Vergütung, Berechnung und Beitreibung nicht eben einfach macht. So sieht die STIM beispielsweise ein Problem, wenn ein Song ein Hit wird. Wo verläuft konkret die Grenze zwischen privat und kommerziell?

Hier warnt die STIM ihre Mitglieder auch ganz klar: Die CC-Lizenz kann nicht mehr zurückgenommen werden. Das mag eine Wahrnehmungsgesellschaft auch abschrecken, solche Lizenzmodelle zu zulassen.  Wenn ich das richtig verstanden habe, lässt die STIM „nur“ die by-nc-nd – Lizenz zu. Damit wären Einnahmeverluste für die Urheber eher gering, da im privaten Rahmen/privateren Rahmen schon jetzt oft und häufig getauscht wird. Soweit ich weiß gibt es kein Statement von den GEMA-Mitgliedern (von Einzelnen sicher, aber von den Kurien habe ich das noch nicht gehört) zum Thema CC.

Mancherorts werden Rufe nach einer nicht exklusiven-GEMA-Verwertung laut. Man soll wählen können als Urheber ob ein Stück GEMA-pflichtig wird oder nicht. Davon sind manche Auftragskomponisten weniger begeistert: Wenn die Auftraggeber die Option haben GEMA-freie Musik einzukaufen oder GEMA-pflichtige Musik, dann ist die GEMA-Option tot. Im Werbung:GAME-Sektor ist ein GEMA-Komponist chancenlos. (Ob das damit zu tun hat, dass GAME und GEMA Anagramme sind?)

Was ist so schlimm daran als Werbung:Film- oder Game-Komponist nicht in der GEMA zu sein? Es fehlen eine ganze Menge Tantiemen. Außerdem sind dann Einrichtungen wie die GEMA-Rente nicht nutzbar. Dazu hat die GEMA ja auch noch einen Förder- und Bildungsauftrag: Stichwort: Celler Schule. Diese Werbung:Texterschule ist die einzige ihrer Art, für Autoren die ausschließlich für andere schreiben und nicht selbst auf die Bühne steigen, gillt die Celler Schule als  das einzige professionelle Fortbildungsangebot. Absolventen sind zum Beispiel: Werbung:Madeleine Sauveur, Werbung:Bodo Wartke oder Werbung:Andreas Zaron. Die GEMA-Stiftung ist an einigen Förderprojekten beteiligt! Der Deutscher Jazzpreis, der Fred Jay Preis sind nur ein Teil der Aktivitäten.

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