Musik, Audio, Medien und Gesellschaft

Heute vor dreißig Jahren…

…begann der private Rundfunk in Deutschland. Streng genommen war bereits in den 1920er Jahren der Start der privaten Radios in Deutschland, das war allerdings der Start des Rundfunks überhaupt! Mit der Funk-Stunde Berlin ging am 23. Oktober 1923 die erste reguläre deutsche und deutschsprachige Radiosendung überhaupt auf Sendung. Gesendet wurde aus dem Vox-Haus Berlin (welches nicht mehr steht), die Rundfunkgebühr betrug ca. 60 Goldmark und gleich auch 1923 gab’s die erste Weihnachtsansprache von Reichskanzler Marx, was damit zu einer regelmäßigen Einrichtung wurde, bis heute.

Da kommen wir auch ganz schnell zu der Auflösung meiner kleinen Quizfrage für „Dinner For One“. Am 9. Juni 1929 ging die erste Ausgabe des Hamburger Hafenkonzerts auf Sendung. Damals war’s noch die NoRAG (Norddeutsche Rundfunk AG), die das Programm produziert und ausgestrahlt hat. Heute wird diese Sendung vom NDR (Norddeutschen Rundfunk) produziert und auf der Welle NDR 90,3 gesendet (ehemals „Hamburg-Welle“). Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt, dass kann aber noch 2-3 Tage dauern, also dranbleiben 😉

Nach den Wirren des zweiten Weltkrieges wurden die Karten neu gemischt, und aus den Reichssendern wurden Sender unter der Aufsicht der Siegermächte. Radio Stuttgart musste sogar aus einem Ü-Wagen den regulären Sendebetrieb bestreiten, da es wegen der Kriegseinwirkungen keine Infrastruktur mehr gab. Daraus wurde der SDR, der Südwesten unter französischer Aufsicht gründete den SWF. Heute sind beide Anstalten zusammen der SWR. Streng genommen war die erste ARD-Anstalt der NWDR (Nordwestdeutscher Rundfunk), aus dem der SFB (Sender Freies Berlin, heute Teil des RBB), der WDR und der NDR hervorgingen. Aber wir wollten ja über den privaten Rundfunk sprechen.

Übrigens: Das Saarland gehörte ja Anfangs nicht zum Bundesgebiet und hatte somit ab 1952 bereits private Programmveranstalter: Telesaar! Die wurden dann mit dem Beitritt zum Bundesgebiet illegal, aber das ist eine andere Geschichte.

Ende der 1950er geplant und für Anfang der 1960er mit geplantem Sendestart sollte das von Konrad Adenauer geplante erste privatrechtliche Fernsehprogramm (Deutschlandfersehen/Freie Fernseh Gesellschaft) auf Sendung gehen. Diese Phase darf durchaus kritisch betrachtet. Außer einen Haufen Schulden (35 Mio DM), auf  dem der Bund sitzen blieb. Zum Glück übernahm das ZDF die Sendetechnik…

Bereits seit 1957 kamen von Luxemburg die „vier fröhlichen Wellen“ nach Deutschland herübergeschwappt. So gesehen das erste Privatradio im Regelbetrieb, welches nach dem Krieg auf deutschem Boden empfangbar war.

Richtig los ging es aber erst 1984, am ersten Januar; also genau vor 30 Jahren. In Rheinlandpfalz (Ludwigshafen) startete man das so genannte „Kabelpilotprojekt“ und der erste private Radiosender „Radio Weinstraße“ ging auf Sendung. Produziert wurde im eigenen Studio in Speyerdorf, gesendet aus Ludwigshafen. Dort hatte das Land mit der AKK (Anstalt für Kabelkommunikation) einen Sendekomplex mit technischem Personal und allem PiPaPo für die jungen Privatsender aufgebaut. (Ich kenne etliche Kollegen, die dort Rundfunkgeschichte geschrieben haben, ich muss die mal überreden, ein Buch zu schreiben!)

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