Musik, Audio, Medien und Gesellschaft

64 BIT – Windows-Systeme (in der Audioproduktion) – Teil 2

Lohnen sich 64BIT für die Audioproduktion nun? Ein klares JA und ein klares NEIN:

Nun könnte man sich ja auf das Argument versteigen, dass samplebasierte VSTis die Daten mittels Diskstreaming von der Festplatte ziehen und somit der Arbeitsspeicher relativ unwichtig ist und allenfalls Komfort bringt. Dazu muss man wissen, dass in einem Windows 32-Bit-System die maximale RAM-Zuteilung pro Prozess (auch Thread genannt) 2GiB sind. Mehr RAM wird den einzelnen Anwendungen nicht zugeteilt. In der Praxis hat sich gezeigt, dass es (je nach System) eine "magische Grenze" gibt (die Größe der Pagefile ist ein guter Indikator), ab der das System keine Session-Files mehr speichert, funktionieren tut alles noch eine ganze Weile, bis der Arbeitsspeicher noch ein wenig voller gepackt wird. Jetzt wird der aufmerksame Leser sagen: "Jaaaaa das liegt an Werbung:Cubase!" - Leider falsch! Es ist bei allen von mir dahingehend getesteten (VSTi-)Hosts der Fall. "Jaaa das liegt an Werbung:Kontakt..." - Leider auch falsch! Ich habe das Problem mit der Halion-Engine zum ersten Mal gehabt, und konnte es auch unter der Werbung:Spectrasonics-Engine, der Werbung:PLAY-Engine von EastWest und anderen Produkten erleben :-(.

Deutlich entschärft wird das Problem, wenn man die VSTis auf mehrere Hosts (Prozesse/Threads) aufteilt, wie das zum Beispiel mit dem Linux-Sampler der Fall ist, dazu folgt noch mehr im nächsten Teil. Ein Supportmitarbeiter eines großen Softwarehauses für Musiksoftware erklärte mir, dass das Systemverhalten im "Grenzbereich" ist "nicht ausreichend erforscht". Kein Scherz, dass war die Aussage eines Herstellers :-).

Dabei bleibt die Frage, wo die Grenze des 32-BIT-Systems ist völlig auf der Strecke; denn es kann so pauschal einfach nicht gesagt werden. Als ich angefangen habe mich intensiver mit großen Libraries zu befassen, habe ich versucht die Grenze des Machbaren auszuloten - nicht mal Hersteller und Supporter scheinen genaueres zu wissen. Natürlich habe ich auch versucht die Grenze des Machbaren weiter heraus zu schieben, davon berichte ich das nächste Mal mehr.

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